Wie oft sagen wir „das waren noch Zeiten“ oder „das Jahr ist jetzt auch schon fast wieder vorbei“. Besonders in letzter Zeit wird mir nochmal bewusst wie die Zeit wirklich rast. Sascha und ich sind bereits über 4 Jahre zusammen, ich bin dieses Jahr 30 geworden und unsere Katzen wohnen schon fast 3 Monate bei uns. Wo ist die Zeit hin?
Ich erinnere mich noch an eine ganz besondere Situation, welche mich die letzten fast 17 Jahre begleitet hat:
Henk, unser Hund, war da ein Welpe und eine Frau sagte zu mir „genieß die Zeit die Du mit ihm hast, alles vergeht so schnell“ und Henk ist bereits seit 6 Jahren nicht mehr bei uns.

Wenn ich daran denke wie viel Sascha und ich in den letzten 4 Jahren gereist sind, was wir alles für tolle Orte entdeckt haben frage ich mich oft, wo die Zeit geblieben ist. Man freut sich Monate auf einen bestimmten Urlaub und sobald der erste Urlaubstag anfängt verfliegt die Zeit wie im Flug. Obwohl ich dann jeden Tag genieße denke ich mir oft, ich bräuchte noch so viel mehr Zeit um jede Empfindung in mich einzusaugen um sie nie mehr zu vergessen. Wie gern würde ich jetzt nochmal am Grand Canyon stehen und diese Natur genießen, die Route 66 entlangfahren oder durch Hollywood spazieren. Dieser Gedanke, dass alles ein Ende hat ist frustrierend.

Auch wenn ich jetzt meine Eltern oder meinen Bruder sehe, sehe ich, wie auch sie älter werden und man die Zeichen der Zeit erkennt. Da ich ein wahnsinnig nostalgischer Mensch bin, finde ich das oft traurig. Natürlich werden wir alle immer Älter, bekommen die ersten Fältchen, unser Körper wird anders und mit der Zeit kommen auch graue Haare dazu aber irgendwie erfüllt mich der Gedanke auch mit Angst und Traurigkeit. In meinen bisherigen 30 Jahren musste ich bereits Abschied von geliebten Menschen und Tieren nehmen und das wird sich auch die nächsten 30 Jahre nicht ändern. In gewisser Weise habe ich Angst vor der Zukunft und begrüße sie dennoch, da sich jeden Tage neue Chance und Möglichkeiten bilden. Vielmehr bin ich auch einfach so unendlich dankbar so eine wundervolle Familie zu haben die mir die schönste Kindheit geschenkt hat, die es gibt.

Wenn ich zu unseren Katzen blicke möchte ich, dass sie immer gesund bleiben, es ihnen gut geht und sie ein wunderbares Leben haben aber zu wissen, dass die kleinen Mäuse nunmal irgendwann sterben stimmt mich so traurig. Natürlich genieße ich jede Sekunden mit ihnen und tue alles um ihnen ein erfülltes Leben zu bereiten und störe mich nicht an herumfliegenden Katzenspielzeug oder Katzenstreu unter meinen Füßen.

Wann werde ich meine Ziele und Lebensziele erfüllen, wohin werde ich reisen und was wird mir alles noch wunderbares passieren? Oft sind es plötzliche und unverhoffte Ereignisse die das Leben nochmal in andere Richtungen lenken und ich freue mich auf den Weg der nächsten Jahre. Manchmal denke ich, jeder Tag ist irgendwie gleich, was nicht negativ gemeint ist. Man hat seinen Job, den Sport, Hobbys usw. aber wenn man dann die letzten zwei Wochen analysiert wird einem doch irgendwie bewusst, dass sich doch wieder einiges geändert hat.

Meine Vergangenheit möchte ich nicht ändern, denn all die Erfahrungen die ich gemacht habe, Gute wie Schlechte, haben mich zu dem Menschen geformt, der ich heute bin und ich liebe mein Leben.
Ich habe natürlich gelernt, dass man Haarexperimente nicht selbst versuchen sollte, das es nicht darauf ankommt hundert Freunde zu haben sondern lieber eine handvoll Echte und das ich meine Liebe des Lebens bereits mit 20/21 getroffen habe aber damals noch nicht wusste.

Auch wenn ich oft an Erinnerungen hänge liebe und lebe ich das Hier und Jetzt und versuche jeden Tag ein besserer Mensch zu sein und genieße das Leben in vollen Zügen. Aber oft wird mir bewusst wie vergänglich Alles ist und Erinnerungen reichen manchmal nicht aus um mich zu besänftigen.
Ich würde alles dafür tun um nochmal einen Tag mit Henk zu verbringen aber ich weiß, ohne das ganze jetzt religiös erscheinen zu lassen, da ich nicht religiös bin, dass ich ihn wiedersehe wenn meine Stunde hier gezählt sind.

Folge:

Etwas suchen?